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Nicht nur auf die Größe kommt es an

18. Dezember 2025

Im Winter ein oft zu beobachtendes Phänomen. Der Anlasser orgelt langsam und kraftlos oder klackt gar nur noch. Frost und Tiefentladung haben über Nacht den schnellen Akku-Tod gebracht. „Inzwischen sind schwächelnde oder defekte Batterien allerdings nicht nur in den kälteren Monaten Pannenursache Nummer eins“, weiß Ann-Christin Mainz von TÜV SÜD, „und ist der Akku älter als etwa fünf Jahre, dann droht der Exitus ständig.“ Ersatz muss her. „Wer den Austausch selbst erledigen will, sollte aber einige Kriterien beachten“, rät die TÜV SÜD-Fachfrau: „Da kommt es nicht nur auf die Größe an.“

Ist eine Neuanschaffung nötig, sollte man sich zuvor kundig machen, welcher Typ erforderlich ist. Grundsätzlich wird zwischen der herkömmlichen Starterbatterie, dem sogenannten Starter-Lighting-Ignition-Akku und Modellen für Fahrzeuge mit Start-Stopp-Automatik und Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation) unterschieden. Bei ihnen sorgen spezielle Technologien wie Absorbent Glass Mat (AGM) oder Enhanced Flooded Battery (EFB) für besonders hohe Zyklenfestigkeit und Lebensdauer. Wichtig für den Austausch sind darüber hinaus die Gehäuseform sowie Spannung, Kapazität und Kaltstartstrom. Meist hilft ein Blick in die Bedienungsanleitung, eine Nachfrage bei der Werkstatt oder dem Fachhandel und „auch die Preise sollte man vergleichen“, erinnert Mainz.

Europaweit sind Autobatterien in der European Type Number (ETN) zusammengefasst. Diese Norm hat die ehemalige DIN-Nomenklatur abgelöst und umfasst Bauform, Kaltstartstrom, Nennspannung, Kapazität sowie die Lage der Plus- und Minuspole. „Batterien mit gleicher Nummer können problemlos getauscht werden“, beruhigt die TÜV SÜD-Expertin.

Die nächsten Hindernisse drohen dann bei einem Austausch in Eigenregie. Besitzt der Wagen beispielsweise eine Start-Stopp-Automatik oder ein Batteriemanagementsystem, muss der Akku im Steuergerät eingetragen und angelernt werden. Dazu benötigt man Diagnosegeräte und Fachwissen. Bei vielen Fahrzeugen muss bei der Deinstallation der Batterie die Reihenfolge beachtet werden, in der Kabel und Fixierungen der Batteriehalterung gelöst werden. Wird der Stromkreis zwischen Batterie und Fahrzeugelektronik unterbrochen, kann das zudem zu Datenverlusten in Steuergeräten und im Infotainment-System führen. „Dann müssen elektronische Komponenten wie Radio und Fensterheber eventuell neu programmiert werden. Profis arbeiten deshalb mit einer Pufferbatterie, die die Spannungsversorgung aufrechterhält“, skizziert Mainz die Grenzen der Eigeninitiative.

„Grundsätzlich altern Batterien nach einigen Tiefentladungen noch schneller“, erläutert Mainz den technischen Hintergrund des Akkuexitus. Zudem belasten Minusgrade und zusätzliche Verbraucher wie Radio, Gebläse, Sitz- und Heckscheibenheizung die Stromspender. „Kommen dann noch viele Kurzstrecken hinzu, erreicht der Akku nicht mehr seine volle Leistungsfähigkeit“, erläutert die TÜV SÜD-Fachfrau und seit Hersteller immer mehr Elektronik in ihren Fahrzeugen einsetzen, wird der Akku praktisch ständig angezapft. So kann dem gewollten Parken ein unerwarteter Stillstand folgen. „Grund sind diverse Steuergeräte, die im Verborgenen arbeiten und damit niemals aufhören“, so Mainz.